Ein neues Mitglied der LIDAR-Familie des MIM – POLIS1064
15.07.2026

"POLIS9" – die Kombination aus dem neuen POLIS1064 (links) und dem POLIS6 (rechts). Im Hintergrund sind Datenerfassung, die Stromversorgung und der Kontroll-Rechner zu sehen. Der Laser des POLIS1064 ist unterhalb des 300-mm-Teleskops angebracht.
Wir freuen uns, dass unsere Lidar-Familie Zuwachs bekommen hat! Unser „POLIS6“, ein portables 6-Kanal-Lidar-System für 355 nm und 532 nm, hat nun ein Geschwistermodell erhalten. Das neue POLIS1064 (siehe Abbildung, links) vervollständigt die drei gängigen Wellenlängen der Aerosol-Fernerkundung um die Wellenlänge 1064 nm sowie die Depolarisations- und Rotations-Raman-Kanäle. Zusammen bilden sie nun „POLIS9“ für die insgesamt 9 Messkanäle. Gemeinsam bilden sie ein erweitertes ACTRIS-Referenz-Lidar für die Aerosol-Fernerkundung (ACTRIS project at MIM, ACTRIS aerosol remote sensing).
Die Qualität der aus Lidar-Messungen abgeleiteten Aerosolparameter hängt in erster Linie von der Leistungsfähigkeit der verwendeten Lidar-Messsysteme ab. In diesem Sinne ermöglicht POLIS9 als hochwertiges Referenz-Lidar-System durch Vergleichsmessungen die Übertragung der Qualitätsmerkmale von POLIS9 auf andere Lidar-Systeme zur Aerosol-Fernerkundung in ACTRIS. Die Grundidee hinter dem neuen Lidar, das gemeinsam mit dem Unternehmen Raymetrics SA entwickelt und von diesem gebaut wurde, ist ein einfacher Aufbau mit nur einem polarisierenden Strahlteiler und zwei nachfolgenden teilreflektierenden Spiegeln für den Rotations-Raman-Kanal und die Zielkamera. Auf diese Weise lässt sich die Leistungscharakterisierung einfach und äußerst zuverlässig durchführen. In der folgenden Abbildung ist eine schematische Darstellung des optischen Analysators zu sehen.
Ein weiterer innovativer technologischer Aspekt des neuen Systems sind neue Prototypen von Photonendetektoren, sogenannte Avalanche-Photodioden (APDs), die von der Licel GmbH in Berlin entwickelt und hergestellt wurden. Das Ziel dieser Prototypen ist es, die Probleme der derzeit für Lidar-Systeme verwendeten APDs zu überwinden. Diese neue APD zeichnen sich durch ein geringeres elektronisches Hintergrundrauschen, eine geringere Anfälligkeit gegenüber Störungen durch elektromagnetische Störquellen in der Umgebung und somit durch ein äußerst stabiles System aus. Nach dem ersten Testjahr, einschließlich einer ersten Vergleichskampagne in Garmisch-Partenkirchen im Oktober und November 2025, bestätigen die Messungen die bemerkenswerte Leistungsfähigkeit des neuen Systems. Wir freuen uns auf zukünftige Kampagnen mit unserer wachsenden Lidar-Familie.
